Aussaat von Phalaenopsis Samen

Wie erwähnt, sind die Samen einer Phalaenopsis Pflanze extrem klein und kaum mit dem Auge erkennbar. Hier ein paar Bilder der Samen mit dem Auge (links), mit dem Binokular (Mitte) und mit dem Mikroskop (rechts). 


Vor der Aussaat der Phalaenopsis Samen auf dem hergestellten Nährboden, müssen auch diese steril gemacht werden. Denn wenn die Samen nach Aufplatzen der Samenkapsel geerntet wurden, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie mit Pilzsporen und Bakterien in Kontakt gekommen sind. Damit diese später nicht den Nährboden besiedeln und die Samen förmlich überwuchern, behandelt man die Samen vor der Aussaat mit einem Desinfektionsmittel. 

Hierzu habe ich einmal 0.5%iges Natriumhypochlorid (Danklorix) und 3%iges Wasserstoffperoxid ausprobiert. Beides ist sehr leicht im Baumarkt oder in der Apotheke erhältlich. Die antibakterielle Wirkung beider Substanzen beruht auf den starken oxidativer Effekt. Während ich mit 3%igem Wasserstoffperoxid sehr gute Erfahrungen gemacht habe, ist 0.5%iges Natriumhypochlorid zu aggressiv und schädigt die Zellwand der Samen so sehr, dass diese nicht mehr keimfähig sind. Dies erkennt man an dem Ausbleichen (weißliche Verfärbung) der Samen bei zu langer Einwirkzeit. 

 

Daher rate ich 3%iges Wasserstoffperoxid zu verwenden. Damit ist wie folgt vorzugehen:

Die benötigte Menge an Samen wird in ein steriles Eppendorf Gefäß umgefüllt. Dann gibt man ca. einen Milliliter der 3%igen Wasserstoffperoxid Lösung hinzu (siehe Bild rechts).  Das Eppendorf Gefäß wird für exakt 10 Minuten leicht geschwenkt um alle Samen geleichmäßig zu benetzen. 


Danach lässt man die Samen absinken und entnimmt mit einer sterilen Pasteur Pipette das überständige Wasserstoffperoxid. Nun müssen die Samen zwei mal mit sterilem Wasser gewaschen werden. Steriles Wasser kann ganz einfach im Schnellkochtopf herstellt werden. Somit wird das restliche Wasserstoffperoxid stark verdünnt und stellt keine Gefahr für die Samen mehr da. Nun sind die Samen steril und bereit für die Aussaat. 

Dazu schüttelt man das Eppendorf Gefäß nochmals kräftig um die Samen zu verwirbeln. Nun pipettiert man ca. einen halben Milliliter der Wasser/Samen Suspension auf den sterilen Nährboden. Um die Samen gleichmäßig zu verteilen, schwenkt man die Platte etwas. Anschließend entfernt man überschüssiges Wasser durch Abpipettieren. 

Natürlich hat all dies unter der Sterilbank zu erfolgen!! Die Platte wird nun bei Raumtemperatur und keiner direkten Sonneneinstrahlung gelagert.  Nun heißt es Geduld haben und täglich beobachten. Leider ist die größte Hürde beim Aussäen der Samen immer die Keimfreiheit. War die Aussaat nicht absolut steril, ist schon nach wenigen Tagen, spätestens nach einer Woche, eine Kontamination des Nährbodens erkennbar. Eine kontaminierte Platte muss vollständig entsorgt werden. Ein Rettungsversuch der Samen trägt nur zur Verschleppung der Kontamination auf neue Platten bei.  Bilder zu möglichen Kontaminationen und deren Ursache werde ich im nächsten Blog Artikel zeigen.  

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