Keimung der Phalaenopsis Samen

Schon ca. ein bis zwei Wochen nach der sterilen Aussaat der Phalaenopsis Samen sollten diese beginnen sichtbar aufzuquellen. Ist das der Fall, ist es ein sehr gutes Zeichen. Wiederum ein paar Tage später sollte sich ebenfalls die Farbe der aufgequollenen Samen deutlich ändern. Anfangs sind sie noch cremeweiß, wohingegen sie nun eine kräftige hellgrüne Farbe annehmen. 


Das Foto wurde 14 Tage nach der Aussaat der Phalaenopsis Samen mit dem Binokular aufgenommen. Zu erkennen sind alle drei Übergangsstadien der Samen nach der Aussaht.

Dieses Foto wurde ca. 28 Tage nach der Aussaat mit dem Handy aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt ist die grüne Farbe der gekeimten Samen sehr viel intensiver zu erkennen. Nun sind auch alle Samen ausgekeimt.


Das Chlorophyll, welches die Zellen nun grün erscheinen lässt, ist elementar für die Fotosynthese, also den Stoffwechsel der Zellen. Da für diesen Stoffwechsel auch Licht notwendig ist, sollten die Platten ab nun unbedingt an einem hellen Standort gelagert werden! Weiterhin sind nun auch sehr feine Wurzelhärchen an den Zellen erkennbar. Mit diesen Wurzelhärchen können die Zellen Nährstoffe aus dem Medium aufnehmen. Somit betreiben sie zwar einen eigenen Stoffwechsel, sind aber trotzdem auf die Nährstoffe aus der Umgebung angewiesen. Sind die Samen ausgekeimt, spricht man nun von sogenannten Protokormen. Mit dem Binokular lassen sich wunderschöne Bilder der einzelnen Protokorme aufnehmen.


Hier auch sehr schön zu erkennen sind die feinen Keimwurzeln der Protokorme. Diese sind nicht gleichzusetzten mit echten Pflanzenwurzeln. Sobald die Protokorme Blätter ausgebildet haben, bilden sich bald darauf echte Wurzeln, wie man sie von Phalaenopsis Pflanzen kennt. Daraufhin verschwinden die feinen Keimwurzeln wieder, da sie nicht länger benötigt werden (siehe nächsten Blogartikel).


Haben die Protokorme eine Größe von ca. 1mm erreicht, müssen sie mit einem sterilen Zahnstocher oder einem abgeflammten Draht auf frischen Nährboden umgelegt werden. Hierzu sollte man natürlich nur die größten und kräftigsten Protokorme auswählen. Leider sterben dabei jedoch auch ein Paar der Protokorme.


Lässt man die Protokorme zu lange auf dem selben Nährboden wachsen, so beginnen diese abzusterben. Dies ist auf den beiden oberen Bildern zu erkennnen. Hier liegen de Protokorme sehr dicht beieinander/ übereinander, sodass die Wurzelhärchen nicht richtig Nährstoffe aus dem Medium aufnehemen können. Als Folge werden die Zellen braun oder weiß und sterben ab. Bei solchen Protokormen lohnt sich ein Rettungsversuch nicht.

Die kräftigen umgelegten Protokorme haben nun jedoch genug Platz sowie Nährstoffe um schnell zu wachsen und Blätter auszubilden. Ich halte meine Protokorme unter Kunstlicht auf Petrischalen. Werden die Petrischalen echtem Sonnenlicht ausgesetzt, beschlägt der Deckel sehr bald mit feinen Kondenswassertropfen. Dies ist zwar nicht weiter schlimm, verhindert jedoch die Sicht auf das Wachstum der Protokorme. Einmal pro Woche öffne ich den Deckel der Petrischale unter der Sterilbank um frische Luft hinein zu lassen. Denn man darf nicht vergessen, dass auch die Protokorme, genauso wie große Pflanzen, C02 für die Fotosynthese benötigen.

 

Wie es nun weiter geht mit den gekeimten Protokormen zeige ich euch im nächsten Artikel...

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