Erster Akklimatisierungsversuch - gemörsertes Seramis als Substrat

Neun Monate nach der Keimung der Samen hatten die Pflänzchen bereits mehrere echte Orchideen Wurzeln sowie ein paar kräftige Blätter ausgebildet. Daher habe ich erste Versuche unternommen, die kleinen Pflänzchen aus ihrer sterilen Umgebung zu entnehmen und auf normalen Orchideen Substrat weiter zu kultivieren. Dazu habe ich das strile Kulturgefäß geöffnet, die Pflänzchen entnommen und diese in einer Schüssel mit lauwarmen Wasser von Nährbodenresten gereinigt.

Es ist wichtig alle Nährbodenreste gründlich  zu entfernen, da diese sonst sofort zum Wachstum von Schimmelpilzen aus der Raumluft führen.

 

In diesem Fall habe ich nicht kontaminierte sterile Pflänzchen für den Akklimatisierungsversuch verwendet. In den meißten Fällen jedoch, verwende ich Pflänzchen aus verpilzten Sterilkulturen. Denn wenn einmal eine Kontamination in Strilkultur auftritt, ist eine weitere strile Kultivierung nicht mehr möglich. Daher entnehme ich solche verpilzten Pflänzchen, entferne den Schimmel, desinfeziere sie in 70% Isopropylalkohol für ca. 1 Minute, wasche sie in Wasser und verwende sie dann für Akklimatisierungsversuche.

 

Nun, meinen ersten Akklimatiserungsversuch habe ich mit gemörsertem Seramis Substrat durchgeführt. Dieses ist das Standard Orchideen Substrat was man in jedem Baumarkt kaufen kann.

 

Gemörsert habe ich es in einer alten Kaffeemühle. Das ging relativ gut, auch wenn danach die Messer stumpf wahren. Mein Gedanke dabei war, das normales Seramis Substrat viel zu groß für die kleinen Pflänzchen ist und daher zu wenig Oberflächen Kontakt zu den Wurzeln hat (siehe Bild links). 


 

Auf folgenden Bild ist alles zusammen nochmals dargestellt:

 

Nach dem Reinigen der Pflänzchen habe ich diese meißtens eine Nacht auf Küchenpapier ruhen lassen. Somit vertrocknen auch kleinste Überreste von verbleibenden Nährboden an den Wurzeln. Erst nachdem alles sauber abgetrocknet war, habe ich die Pflänzchen auf das vorbereitete Seramis Substrat gelegt. Mit einer Plastik Pipette  oder einer Gießkanne mit schmalen Hals kann man das Substrat gut befeuchten. Um die Luftfeuchte (wie in der Strilkultur) hoch zu halten, habe ich das Glas mit Zellophanfolie und einem Gummring abgedeckt. In die Folie habe ich Löcher gestochen um eine Luftzufuhr zu gewährleisten. 

 

 

Fazit:

 

So schön das alles auch aussieht, muss ich leider sagen, dass die Pflänzchen nicht lange überlebt haben. In den meißten Gefäßen hatte ich nach wenigen Wochen Schimmel. Vermutlich war es einfach zu feucht. Die wenigen Pflanzen die nicht verschimmelten, zeigten leider kein sichtbares Wachstum. Stattdessen sind die Blätter immer mehr verschrumpelt und gelblich geworden, so dass ich sie irgendwann entsorgt habe.

 

Im Nachhinein weiß ich nun, dass es nicht am Substrat lag, sondern einfach daran, dass die Pflänzchen noch zu klein waren um sie aus der sterilen Umgebung zu entnehmen. Denn ältere und größere Pflänzchen wachsen super auf diesem Substrat (siehe späteren Blogartikel).

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