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Vierter Akklimatisierungsversuch - Seramis als Substrat

Circa 2.5 Jahre nach dem Aussäen der Samen auf sterilem Nährboden habe ich meine Orchideen Jungpflanzen zum ersten Mal erfolgreich akklimatisiert. Ich würde davon abraten, die Orchideen schon früher aus dem sterilem Kulturglas zu entnehmen, da diese noch nicht groß / kräftig genug sind um mit den neuen Umwelteinflüssen wie z.B. schwankender Luftfeuchte, geringere Nährstoffmengen, Schimmelsporen, Bakterien... klar zu kommen. Im Durchschnitt waren meine Orchideen nach 2.5 Jahren so groß wie auf dem linken Bild zu sehen. Das rechte Bild zeigt die Pflänzchen von oben im sterilem Kulturglas.

 

Hier nochmal eine genaue Anleitung wie beim Akklimatisieren vorzugehen ist. Zunächst müssen die Pflänzchen einzeln von Nährbodenresten befreit werden. Anschließend spühle ich sie mit lauwarmen Wasser ab und lege sie zum Trocknen auf ein saugfähiges Tuch. Dort lasse ich die Pflänzchen über Nacht vollständig abtrocknen, bis auch der letzte Rest des Nährbodens eingetrocknet ist. Das ist wichtig, da sich sonst sofort Schimmelsporen aus der Raumluft auf den Nährbodenresten ansiedeln und die Pflanze somit vom Pilz befallen wird.

Wenn Schimmelwachstum schon im sterilen Kulturglas aufgetreten ist, reinige ich die Pflänzchen noch zusätzlich mit 70% Isopropanol bevor ich sie mit Wasser abwasche. Am nächsten Tag sind die Orchideen soweit in ein frisches Substrat eingetopft zu werden. Ich setze meißt 2-3 Orchideen zusammen in einen Topf. Das fördert das Mikroklima im Topf und spart Geld. Bei der Auswahl des Topfes ist darauf zu achten, dass er durchsichtig ist und Löcher besitzt, damit das Wasser beim Gießen gut ablaufen kann. Ein durchsichtiger Topf ist aus zwei Gründen vorteilhaft. Erstens kann man somit gut das Wurzelwachstum der Orchidee beobachten. Somit erkennt man sehr schön, ob es der Pflanze gut geht, ob sie umgetopft werden sollte und wann man wieder gießen muss. Aber der Hauptgrund für durchsichtige Töpfe bei Orchideen ist, dass die Wurzeln der Orchideen genauso wie die Blätter Fotosynthese machen und somit Licht benötigen. Daher sollte man Orchideen normalerweise auch nicht in Übertöpfe stellen.

 

Die Töpfe erhält man, genauso wie das Substrat, im Baumarkt. Ich habe in vorherigen Blogartikeln einiges über verschiedene Substrate für Orchideen geschrieben. So haben ich schlechte Erfahrungen mit Sphagnum Moos und Perlit als Substrat gemacht. Allerdings muss ich dazu sagen, dass meine Pflänzchen zu diesen Zeitpunkten erst 1.5 Jahre alt waren. Das wird natürlich auch mit eine Rolle gespielt haben. Nichtsdestotrotz habe ich die besten Erfolgserlebnisse mit normalen Seramis Substrat aus dem Baumarkt gemacht.

 

Beim Eintopfen der Pflanzen werden diese zuerst in den leeren Topf gesetzt und richtig ausgerichtet. Dann hält man die Pflanze mit einer Hand in dieser Position fest und schüttet das Substrat rund um die Pflanze in den Topf. Ist der Topf mit Substrat gefüllt, klopft man mit der flachen Hand mehrmals außen an den Topf. Somit rüttelt man das Substrat im Topf ein, so dass es sich verdichtet. Gegebenenfalls muss man danach nochmals Substrat nachfüllen. Fertig eingetopfte Orchideen Pflänzchen in Seramis Substrat sieht man auf folgenden Bildern.

Im nächsten Blogartikel werde ich einiges über die Pflege der eingetopften Orchideen schreiben. Das heißt richtiges Gießen, Düngen, Umtopfen etc. 

 

Hier noch zwei hübsche Bilder auf dem alle meine Orchideen kurz nach dem Akklimatisieren zu sehen sind. Die Bilder wurde vor etwas mehr als einem Jahr im Oktober 2017 aufgenommen. Ich hatte damals ca. 60-70 Orchideen.

 

Aus einer anderen Perspektive:

 

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