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Bestäubung von Ludicia discolor Blüten

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten um Ludicia discolor zu vermehren. Die einfachere der beiden Möglichkeiten ist die vegetative Vermehrung über Ableger der Pflanze. In den nachfolgenden Blogartikeln möchte ich jedoch auf die zweite Methode, der generativen Vermehrung von Ludicia discolor, eingehen. Ich finde diese Art der Vermehrung viel spannender und interessanter. Es ist jedoch mit erheblich mehr Aufwand verbunden.

 

Bei der generativen Vermehrung von Orchideen erzeugt man Nachkommen auf Grund von geschlechtlicher Fortpflanzung. Das heißt, man benötigt normalerweise zwei Pflanzen die man miteinander kreuzt. Die Nachkommen besitzen somit jeweils ca. die Hälfte der Gene von beiden Kreuzungspartnern. Dennoch sind sie alle genetisch unterschiedliche Individuen! 

 

Da es nur zwei Arten von Ludica Orchideen gibt und ich bis heute die zweite Art (Ludisia ravanii) nicht im Handel finden konnte, habe ich eine Selbstung an meiner Pflanze duchgeführt. Das bedeutet, das ich die Pollen einer Blüte auf die Narbe einer anderen Blüte der selben Pflanze gegeben habe. Genetisch gesehen, sind dadurch beide Chromosomensätze der Nachkommen von der selben Pflanze. Das heißt die Nachkommen sind genetisch nicht sehr variabel und werden zum größten Teil identisch zur Mutterpflanze aussehen.

 

 

Das linke Bild zeigt die geselbstete Ludicia discolor Orchidee mit mehreren Blütenständen. Wie auf dem rechten Bild schön zu sehen ist, bildet sie zahlreiche kleine weiße Blüten aus, die traubenförmig angeordnet sind. Will man nun zwei Blüten der selben Pflanze miteinander bestäuben, so muss man im ersten Schritt das gelbe Staubblatt welches die beiden Pollinien enthält vorsichtig von der Blüte abtrennen.

 

 

Ich verwende hierfür ein Wattestäbchen welches ich vorher mit Wasser befeuchte. Somit bleibt das Staubblatt der Blüte einfacher an der Watte hängen (siehe linkes Bild). Auf dem rechten Bild ist nochmals eine Nahaufnahme des Staubblatts (rechte Seite) sowie der beiden Pollinien (linke Seite) zu sehen. Nun verreibe ich die beiden Pollinien auf einem weißen Blatt Papier solange, bis die Pollen aus den Pollinien herausfallen. Dies ist auf folgenden Bildern zu sehen:

 

 

Anschließend versuche ich mit dem Wattestäbchen den Pollen aufzunehmen. Das funktioniert oft besser, wenn man es nochmals befeuchtet. Haftet der Pollen dann am Wattestäbchen, gehe ich damit auf die Narbe einer anderen Blüte der selben Pflanze. Da die Blüte sehr klein ist, verreibe ich das Wattestäbchen einfach für wenige Sekunden auf der Narbe und gehe dann zur nächsten Blüte.

 

 

Ich bestäube meißt mehrere Blüten von verschiedenen Blütenständen der selben Pflanze miteinander. Anschließend stelle ich die Pflanze wieder ans Fensterbrett und warte ab. Eine erfolgreiche Befruchtung ist am verblühen der bestäubten Blüten zu erkennen. 

 

Wie dann weiter vorzugehen ist, erkläre ich im nächsten Blogartikel.

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